17.07.2019

Weinbau in Jena

Seit mehr als 800 Jahren wird im Raum Jena nachweislich Weinanbau betrieben.

Manche Quellen ver- weisen auf das 12. Jahrhundert. Man kann dies an Hand von Urkunden aus dieser Zeit von ehemaligen Klöstern zurückverfolgen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass auch vorher der Weinbau bekannt war und Dank der guten geografischen Lage Jenas mit Erfolg betrieben wurde.

Eingebettet in das Saaletal und umgeben von Muschelkalk und Buntsandstein mit einer duchschnittlichen Jahrestemperatur von fast 9 Grad Celsius bot Jena schon vor Jahrhunderten gute Voraussetzungen für den Weinbau. Jenaer Wein, damals wie heute ein eher seltenes Handelsgut, wurde oft in nördlichere Regionen, aber auch nach Sachsen und Bayern weit über die Stadtgrenzen hinaus exportiert.

Der regionale Anbau florierte und die Flächen des Weinbaus wuchsen im 14. Jahrhundert bis auf 700 ha an. Vor der Gründung der Universität Jena 1558 stellte der Weinbau wohl den Haupterwerbszweig für Stadt dar.

Neben klösterlichem Wein wurden der Weinanbau ebenfalls vom Adel, den Landrafen, den Lobdeburgern und später zunehmend von Bürgerschaft selbst betrieben. Gerade letzteres beförderte die Stadtentwicklung durch den nun möglichen Eigenerwerb der Bürger.

Der selbst erzeugte Wein durfte nach Stadtrecht privat verkauft, jedoch mit nur wenig Beikost versehen werden, um den Gasthäusern und Schenken in der Stadt nicht zuviel Kundschaft zu nehmen.